Good-bye Montana

Ein kurzer Abschnitt diesmal, nur ungefähr 100 km seit Lima. Am Samstagabend haben die Leute vom Motel in Lima drei andere WandererInnen und mich zurück zum Weg gefahren. Eigentlich wollten wir einfach gemütlich noch drei oder vier Kilometer laufen, und dann unsere Zelte aufschlagen. Kaum waren wir allerdings losgelaufen, ging es los: Regen, Gewitter, Hagel, starker Wind. An der ersten halbwegs geschützten Stelle haben wir unsere Zelte aufgeschlagen, klatschnass. Immerhin war mein Schlafsack trocken geblieben. Aber die nächsten Tage war das Wetter weitgehend gut, sodass wir alles wieder trocken bekommen haben.
Die Strecke bis hierher war recht angenehm, nicht so viele Höhenmeter, man kam schnell vorwärts. Nun sitze ich in einem Hotel, wo ich auf mein neues Paar Schuhe warte, das hoffentlich morgen ankommt. Immerhin meine erste Nacht in einem Bett seit über drei Wochen!
Gestern habe ich nun endgültig Montana verlassen. Die letzten paar 100 km bin ich ja immer entlang der Grenze zwischen Montana und Idaho gelaufen, nun laufe ich noch ein kleines Stück schräg durch Idaho. Tatsächlich sind es nur noch etwa 40 km, bis ich im Yellowstone Nationalpark die Grenze zu Wyoming überschreite. Von Wyoming habe ich ja schon öfters gesprochen, daran merkt ihr vielleicht auch, wie sehr nicht nur ich, sondern fast alle Wanderer, die ich nur hier so treffe, die Grenze herbeisehnen. Der erste große Abschnitt ist damit abgeschlossen. Zum Einen gibt mir das das Gefühl, nun doch endlich schon einiges geschafft zu haben und gut vorwärts zu kommen, zum anderen motiviert es auch aufs Neue, insbesondere weil Wyoming viele Highlights bietet. Zu Beginn natürlich der Yellowstone Nationalpark, direkt anschließend die Wind River Range, die vielen Wanderern als eines der, wenn nicht das Highlight des ganzen Weges gilt. Und zu guter letzt noch das Great Basin, ein geologisch sehr spannendes Gebiet, weil die Wasserscheide nicht durch, sondern um dieses Becken herumführt. Auch landschaftlich freue ich mich sehr darauf, es ist eine wüsten- oder steppenartige Gegend, sehr flach, praktisch keine Vegetation, ganz anders als alles, was ich bisher so gesehen habe. Leider ist es dort vor allem im August sehr heiß, und es gibt sehr wenig Wasser. Aber bis dahin ist es ja noch eine Weile.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert