Gestern Abend bin ich in Helena angekommen. Helena ist die Hauptstadt von Montana und hat etwa knapp über 30.000 Einwohner, also auch nicht gerade eine riesige Stadt, trotzdem ist es die viertgrößte Stadt in Montana. Ein ganz nettes kleines Städtchen, es gibt sogar eine Fußgängerzone mit netten kleinen Läden und guten Restaurants Insgesamt ist Montana extrem dünn besiedelt, erst seit 2021 hat der Bundesstaat mit einer Fläche, die etwa so groß ist wie Deutschland + ein zusätzliches Baden-Württemberg, über eine Million Einwohner. Ich habe hier einen Tag Pause gemacht, um meine Füße etwas auszuruhen und das schlechte Wetter heute auszusitzen.
Wenn ich in Ortschaften bin, habe ich immer ein paar Sachen zu tun: Wäsche waschen, duschen, nach Deutschland telefonieren, Nachrichten beantworten, den Blog hier schreiben, etwas warmes essen, ganz wichtig natürlich auch Essen für die nächsten Tage kaufen und sonstige Besorgungen machen, dieses Mal habe ich z.B neue Socken gekauft, außerdem habe ich ausgenutzt, dass es hier einen gut sortierten Outdoor Shop gibt und habe ein paar neue Schuhe gekauft, die ich mir allerdings per Post selber in meinen übernächsten Stopp geschickt habe, so lange sollten meine aktuellen noch halten. Neue Socken waren tatsächlich überfällig. Eigentlich habe ich zwei Paar dabei, damit ich immer eins tragen kann und das andere waschen und auslüften kann. Leider habe ich schon am dritten Tag während eines Hagelsturms einen Socken verloren, der an meinem Rucksack zum Lüften hing, daher bin ich seither nur mit einem Paar Socken durch die Gegend gelaufen, ohne die Möglichkeit diese mal richtig auszuwaschen, was nach so langer Zeit mit diesen Bedingungen äußerst unangenehm war.
Die Ortschaften liegen übrigens meistens nicht direkt am Weg, sondern ich komme meistens an eine Autobahn oder sonstige Straße und muss von dort noch 20 bis 30 km per Anhalter in die nächste Stadt fahren. Das hat bisher ziemlich gut funktioniert, ich musste nie besonders lange warten und es beschert mir sehr interessante Begegnungen mit sehr verschiedenen Leuten.
Der Weg war die letzten Tage etwas anders als in der ersten Zeit, oft bin ich in den ersten zwei Wochen Flusstäler entlang gelaufen und immer wieder hoch zu Pässen. Seit ein paar Tagen laufe ich meistens entlang der tatsächlichen Wasserscheide auf Höhenzügen und Bergrücken emtlang, was über lange Strecken fantastische Ausblicke bringt und wirklich Spaß macht zu gehen. Allerdings ist es viel schwieriger geworden, Wasser zu finden und ich laufe oft oberhalb der Baumgrenze, was bei Temperaturen um die 30° selbst über 2000m unangenehm sein kann.
Helena
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