{"id":235,"date":"2025-07-30T05:29:45","date_gmt":"2025-07-30T03:29:45","guid":{"rendered":"https:\/\/cornelius-spaeth.de\/?p=235"},"modified":"2025-07-30T05:30:02","modified_gmt":"2025-07-30T03:30:02","slug":"leadore","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cornelius-spaeth.de\/?p=235","title":{"rendered":"Leadore"},"content":{"rendered":"<p>Heute bin ich in Leadore angekommen. Ein winziger Ort mit etwas \u00fcber 100 Einwohnern, wie es hier so einige davon gibt. Die Grenze zwischen Idaho und Montana ist selbst f\u00fcr hiesige Verh\u00e4ltnisse sehr d\u00fcnn besiedelt. Die Autobahn, die \u00fcber den Pass f\u00fchrt, an dem wir ankamen, entpuppte sich als Schotterstra\u00dfe. In den etwa zweieinhalb Stunden, die ich mit zwei anderen Wanderern dort verbrachte, kamen etwa f\u00fcnf Autos vorbei. Wir hatten ein Shuttle organisiert, das uns in das Dorf gebracht hat.<br \/>\nDie letzten Tage waren landschaftlich wieder einmal \u00e4u\u00dferst sch\u00f6n, mit vielen Gratwanderungen und herrlichen Ausblicken. Auch mit dem Wetter hatte ich Gl\u00fcck, es gab zwar fast jeden Nachmittag ein Gewitter, allerdings oft in so gro\u00dfer Entfernung, dass ich nicht einmal Regen abbekommen habe.<br \/>\nWas sich seit dem letzten Stop auch ge\u00e4ndert hat: eigentlich seit ich Glacier National Park verlassen habe, war ich den gr\u00f6\u00dften Teil der Zeit alleine. Ungef\u00e4hr einen halben bis ganzen Tag vor mir war eine Gruppe von ca. 25 Wanderern, die ich meist aber nur manchmal kurz in St\u00e4dten getroffen habe. Seit dem letzten Dorf laufe ich mitten in einer Gruppe von ca. 10 Wanderern, wir \u00fcberholen uns immer wieder gegenseitig, laufen manchmal Teile miteinander, Campen auch \u00f6fters zusammen und halten so einen gewissen Kontakt. Nach der langen Zeit alleine tut mir dieser Kontakt ganz gut.<br \/>\nIch habe inzwischen die 1000 km Marke geknackt und bin schon \u00fcber einen Monat unterwegs. Es war bis jetzt eine sehr interessante Zeit, vieles war so wie ich es erwartet hatte, einiges auch anders. Eine so gro\u00dfe Wanderung klingt nat\u00fcrlich erstmal wie ein gro\u00dfes Abenteuer, tollen Erlebnissen, viel Spa\u00df, sch\u00f6nen Landschaften, und einfach ein gro\u00dfartiges Outdoorerlebnis, wie man es aus Filmen oder B\u00fcchern kennt. Oft ist es allerdings einfach anstrengend, der Rucksack ist schwer, es ist hei\u00df, oder auch sehr kalt, es regnet und man wird klatschnass, es gibt \u00fcberall M\u00fccken, es geht steil berghoch oder auch bergab, das Alleinsein zehrt, irgendetwas tut weh, oder es ist sonst irgendwas. Vor allem aber, und das habe ich schon letztes Jahr einen Pyren\u00e4en festgestellt, ist es eine gro\u00dfe mentale Anstrengung, sich immer wieder aufs Neue zu motivieren, morgens aus dem Schlafsack zu kriechen und weiter zu laufen, oder auch nur nach der Pause aufzustehen und die n\u00e4chsten 10 km zu laufen. Nichtsdestotrotz habe ich insgesamt eine sehr gute Zeit gehabt, in der die positiven Erlebnisse trotz allem immer wieder die Anstrengungen Werte sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute bin ich in Leadore angekommen. Ein winziger Ort mit etwas \u00fcber 100 Einwohnern, wie es hier so einige davon gibt. Die Grenze zwischen Idaho und Montana ist selbst f\u00fcr hiesige Verh\u00e4ltnisse sehr d\u00fcnn besiedelt. Die Autobahn, die \u00fcber den Pass f\u00fchrt, an dem wir ankamen, entpuppte sich als Schotterstra\u00dfe. 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